Heilpädagogisch-therapeutische Vorschulgruppen
Wann kann ein Kind in eine dieser Gruppen aufgenommen werden?
Ein Kind kann aufgenommen werden, wenn es im Regelkindergarten aufgrund von Auffälligkeiten oder von Defiziten nicht erzogen, betreut oder gefördert werden kann.
Um welche Auffälligkeiten und Defizite kann es sich handeln?
Entwicklungsrückstände in den Bereichen Motorik, Sprache, Emotion, Verhalten und Kognition
Wie groß sind die Gruppen und wer arbeitet mit den Kindern?
Es können 9 Vorschulkinder in jede Gruppe aufgenommen werden. Sie werden betreut und gefördert von je zwei Fachkräften, einer Kinderpflegerin und einer Praktikantin.
Öffnungszeit und -dauer
An 220 Tagen im Jahr findet von 8.00 bis 14.00 Uhr eine gut strukturierte und auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmte Förderung statt. Die Inhalte orientieren sich an den Fördernotwendigkeiten der Kinder. Die einzelnen Phasen sind relativ kurz gehalten und wechseln sich ab. Wichtig sind bei allen Aktivitäten die kontinuierlichen und verlässlichen Reaktionen der Bezugspersonen.
Es ist möglich, zusätzliche Zeiten der Betreuung (vor 08.00/nach 14.00 Uhr) zu buchen.
Wie sieht so ein Tag in der Gruppe aus?

Kinder brauchen, um lernen zu können, günstige Voraussetzungen. Wichtig ist, dass die Kinder sich wohl fühlen und gerne kommen. Ein gut geplanter und strukturierter Tagesablauf mit klaren Regeln und Ritualen gibt den Kindern ein hohes Maß an Sicherheit.
Ein Großteil der Kinder kann mit dem Schulbus der Markgrafenschule fahren und kommt um ca. 7.45 Uhr bei uns an. Sie werden nach der Begrüßung in die Gruppe begleitet. Jedes Kind zieht sich allein um. Fehlen den Kindern dazu die notwendigen Fertigkeiten erhalten sie Unterstützung; eine möglichst hohe Selbständigkeit ist das Ziel.
Im Morgenkreis lernen die Kinder mit verschiedenen Methoden von ihren Erlebnissen zu berichten, trainieren eine zeitliche Orientierung (z. B. Wochentag, Monat, Jahreszeit), bekommen einen Überblick über den Tagesablauf und üben Lieder ein. Unterschiedliche Kurzangebote wie Fingerspiele oder Reime runden diesen Teil ab.
In der Freispielzeit gibt es für die Kinder ein breit gefächertes Angebot an Materialien und Spielmöglichkeiten. Jedes Kind entscheidet selbst, was es tun möchte. Das Fachpersonal begleitet das Kind, wenn es ihm schwer fällt, für bestimmte Zeit bei einer Tätigkeit zu bleiben. Am Maltisch wird zusätzlich ein Kreativangebot bereitgehalten. Das Freispiel ist eine Tagessequenz, in der Kinder lernen, sich zu entscheiden und zu ihren Entscheidungen zu stehen. Am Ende dieser Phase üben die Kinder das Aufräumen und übernehmen Verantwortung für sich und die Gruppe.
Ein gemeinsames Frühstück findet gegen 9.15 Uhr statt. Alle Kinder treffen sich mit dem Personal um den Esstisch. Bevor wir zusammen das Frühstück herrichten, gibt es ein Bewegungsspiel um den Tisch und es werden Teile aus dem Morgenkreis in kurzen Sequenzen wiederholt. Gleichbleibende Rituale (Gebet, Händekreis mit Spruch) geben den Kindern Sicherheit. Die Kinder werden aktiv in das Tagesgeschehen einbezogen (z.B. beim Tisch decken oder abräumen sowie Geschirr spülen) und lernen so, Verantwortung für sich zu übernehmen. Wer mit seinen Aufgaben fertig ist, darf einer ruhigen Beschäftigung am Maltisch oder in der Bauecke nachgehen.
Daran schließt sich ein gelenktes Angebot ab ca. 10.15 Uhr an. Allein oder in kleinen Gruppen erhalten die Kinder entsprechend ihrer individuellen Fördernotwendigkeit die Möglichkeit, sich in folgenden Bereichen weiter zu entwickeln: Motorik, Arbeit- und Sozialverhalten, Kognition, Emotion und Kreativität.
Beim gemeinsamen Mittagessen mit Tischdiensten gegen 12.00 Uhr werden, ähnlich wie beim Frühstück, dem Alter entsprechende Umgangsformen, Essmanieren, Selbständigkeit und Eigenverantwortung trainiert. Immer wiederkehrende Rituale und gleich bleibende Strukturen helfen (neben Empathie und Wohlwollen) den Kindern beim Erlernen dieser Zielvorgaben.
Gegen 13.00 Uhr, nach einer kleinen Mittagspause, in der z. B. vorgelesen wird, werden den Kindern Angebote gemacht; diese orientieren sich an den Bedürfnissen der Kinder. Dies können ruhige Tischspiele oder Bewegungsspiele im Freien sein. Die Einrichtung bietet den Kindern die Möglichkeit, dass sie täglich ihren Bewegungsdrang ausleben können. Bei sehr schlechter Wetterlage kann dies auch in den dafür vorgesehen Räumen wie Rhythmikraum oder Matratzenzimmer erfolgen.
Nach einem Abschlusslied gegen 13.55 Uhr werden die Kinder abgeholt bzw. zum Bus begleitet.
Unterstützung des Gruppenpersonal durch unseren Fachdienstes

Der Fachdienst unterstützt außerhalb des Gruppenrahmens die Arbeit des Gruppenpersonals. Er leistet multidimensionale Diagnostik (Intelligenz-/Leistungsdiagnostik, Psychodiagnostik, Verhaltensdiagnostik, motopädische Diagnostik, logopädische Diagnostik)
Die störungsspezifische Förderung erfolgt in den Bereichen Motorik, Wahrnehmung, kognitive Entwicklung, Sprache, emotionale Entwicklung, Lernen und Gedächtnis und soziale Fähigkeiten. Das therapeutische Angebot umfasst Bewegungs-, Spiel- und kreative Therapie sowie Verhaltenstherapie.
Einen Schwerpunkt nimmt die Elternarbeit ein. Im Rahmen eines systemorientierten Ansatzes beraten wir die Eltern hinsichtlich der Wechselwirkungen zwischen dem Kind und seiner Umwelt. Weiterhin nimmt die Beratung Bezug auf entwicklungspsychologische Bedingungen und die daraus folgenden pädagogischen Konsequenzen. Wir leiten die Eltern an zu spezifischen pädagogischen Handlungen im familiären Bereich.
Im Rahmen von Eltern/Kind-Spielstunden versuchen wir, durch die Einübung alternativer Verhaltensweisen, eine Stärkung der Elternkompetenz zu erreichen.
Wer trägt die Kosten?
Die Kosten der Förderung werden auf Antrag von der Sozialverwaltung des Bezirks Ober-franken übernommen.
Die Kosten für eine evtl. Betreuung außerhalb der Förderzeit tragen die Eltern.
Wie erhalte ich weitere Informationen?
Weitere Informationen können Sie unserer Konzeption entnehmen oder erhalten Sie unter
Tagesstätte
an der Markgrafenschule Bayreuth
Erziehungsleitung: Monika Thiem
Markgrafenallee 33
95448 Bayreuth
Telefon: (09 21) 78 46-16 30
Fax: (09 21) 78 46-9 16 00
tagesstaette@markgrafenschule-bayreuth.de
Träger der Einrichtung ist der Bezirk Oberfranken.
Termine
Presse
Bezirk Oberfranken
Öffentlichkeitsarbeit
Monika Hopf
Cottenbacher Str. 23
95445 Bayreuth
www.bezirk-oberfranken.de
Kontakt
Tagesstätte
an der Markgrafenschule Bayreuth
Markgrafenallee 33
95448 Bayreuth
Telefon: (09 21) 78 46-16 30
Fax: (09 21) 78 46-9 16 00